DB0ASE DV-Repeater auf der Zielgeraden

Das Schlimmste ist geschafft. Wir werden sicher noch weit vor dem geplanten Starttermin am 1.5.2018 den Repeater am Standort in Erfurt Süd-Ost in Betrieb nehmen können. Warum es nun eigentlich doch länger gedauert hat als geplant und welche Schwierigkeiten sich im Zusammenspiel mit dem Repeaterbuilder STM32 DVM ergeben haben, das möchten wir euch hier gern erzählen.

Der Repeaterbau

Die bisher gebauten Repeater haben wir mit einem Raspberry PI und einem Arduino Due mit aufgesetztem Modem gebaut. Die Arduinos werden so aber seit einer geraumen Zeit nicht mehr hergestellt und es sind nur noch chinesische Plagiate davon erhältlich. Mittlerweile geht man den Weg, dass der Microcontroller in Form eines STM32 direkt auf der Modem-Platine sitzt. Für den neuen Repeater wollten wir diese Technologie natürlich auch gleich nutzen. Gesagt, getan – Modem bei repeater-builder.com bestellt und binnen einer Woche lag der Hat auf dem Tisch.

ZUM Board auf Arduino Due (bisher der Weg)

Nun ging es an den Zusammenbau. Es gestaltete sich alles sehr einfach. Das Board ließ sich zügig verbinden, lokal lief alles problemlos. Der Abgleich des RX wurde wie in der Anleitung auf YouTube vorgenommen. Die von uns für den Repeaterbau gern genutzten Motorola GM340 haben wir, wie gewohnt, im Empfang breit gemacht (auf 25kHz Bandbreite), um auch Signale empfangen zu können, die leicht neben der Frequenz liegen. Diese Praktik nutzen wir bei fast alle Repeatern im Umkreis.

Das Repeaterbuilder STM32 Board (hier in USB-Ausführung)

Der Abgleich und die Fehlersuche

Als es an den Feldtest ging, stellte sich heraus, dass der Repeater nur im Umkreis von wenigen Metern zu arbeiten war. Er war praktisch taub. Man hat ihn sehr weit gehört, aber ihn fast nicht arbeiten können. Wir haben also ein defektes Modem oder einen defekten RX vermutet. Haben nochmal ein STM32-Board bestellt und das Board getauscht. Selber Effekt. Im Shack ließ sich der Repeater problemlos ansprechen, in ein paar hundert Metern war Schluss. Also haben wir den Empfänger getauscht und probiert, ob es möglicherweise daran liegt. Selbe Programmierung – gleicher Effekt. Der Repeater blieb quasi taub.

Viele Tage vergingen bei der Fehlersuche. Endlose Fragen in Chats und Hilfeforen und dem Hersteller wurde immer wieder mit: „Das liegt sicher am Image auf dem Raspberry. Du musst PiStar nutzen, das geht problemlos.“ beantwortet. Diese Antwort leuchtete uns nicht ein. Was soll am PiStar Image anders sein, arbeitet dieses ja auch „nur“ mit MMDVM.

DB0ASE im Rack bei DB0SBN zum Probebetrieb

Der entscheidende Hinweis

…kam nach langem Hin- und Her von DK5RAS (Ralph), der mich irgendwann mal beiläufig gefragt hat, welche Bandbreite wir bei den Empfängern eingestellt haben. Auf die Aussage: „Na 25kHz“, antwortete er: „Oh…das ist an sich verdammt viel“. Der Hub war bei der Bandbreite einfach zu klein und der Störabstand zu gering. Somit verlor sich das empfangene Signal immer im Rauschen. Die Bandbreite im Empfang also erst einmal auf 20kHz verringert, was schon eine deutliche Besserung brachte und schließlich auf 12,5kHz. Nun läuft alles reibungslos.

Typische Ausgaben des MMDVMHost beim Betrieb

Wie es weiter geht

Sobald die Temperaturen wieder im erträglichen Rahmen sind wird DB5SB die Antennenleitungen für DB0ASE auf das Dach ziehen, Hamnet und die DV-Antenne montieren und den Schrank für den Repeater vorbereiten. Dann kann Einschub in den nächsten Wochen nach Erfurt umziehen und die Landeshauptstadt endlich auf 70cm digital funken.

DB0ASE auf dem Basteltisch bei DL2AJB

DMR Abgleich MMDVM

Das härteste Stück Arbeit ist der Abgleich für DMR. Nach jetzt fast 2 Wochen Rumprobieren und vielen Stunden Chats und Telfonaten hier die Lösung, die bei mir funktioniert hat.

Das Setup: 2 Motorola GM340 an einer mmdvm1.1 von DL7TJ, Raspberry PI und MMDVMHost und MMDVMCal

Der erste Versuch war ein absolutes Trial and Error. Mit der großen und aufopferungsvollen Unterstützung von Jens (DJ1JAY) haben wir es dann letzendlich geschafft. Geholfen hat die Verwendung eines RTL-SDR. Mit MMDVMCal habe ich im DMR Deviation Mode eine Aussendung gestartet. Diese findet man in MMDVMCal mit SHIFT+D.

Die Schwebungsnull in der Mitte ist klar zu erkennen. So funktioniert DMR nicht.

Den TX-Poti habe ich bis zum Anschlag nach oben gedreht. Die Signalstärke hat nicht ausgereicht. Auch das mit SHIFT+T hoch gesetzte TX-Level (auf 100%) ließ die Schwebungsnull nicht ganz verschwinden. In einem Forum fand ich den Hinweis, dass man bei diesem Board R6 brücken sollte, damit genug Lautstärke kommt. Nun konnte ich den Poti geringfügig zurück nehmen und das TX-Level auf 82% nehmen. Das bringt das beste Ergebnis im SDR.

Keine Schwebungsnull mehr in der Mitte. So funktioniert DMR.

Das Handfunkgerät kann sich nun problemlos einbuchen. RX-Level ist auf 25%. Beide Zeitschlitze funktionieren. Sollte das nicht der Fall sein, muss man mit dem RX noch etwas experimentieren (Poti drehen, Level verändern).

Nachtrag: Es hat einen großen Einfluss auf die Ergebnisse, wenn man in dem Codeplug des GM-340 den Tone-Squelch auf PL/DPL hat. Bei uns hat das dazu geführt, das die BER extrem hoch waren. Nun blubbert zwar die Funke leise vor sich hin. Aber DMR läuft zuverlässig.